Warum so viele KI-Projekte zwischen Pilot und Produktion stecken bleiben
Der Pilot funktioniert. Ein Demo-Termin überzeugt das Management. Dann passiert: nichts. Die Funktion bleibt sechs Monate in einem Notebook, und niemand traut sich, sie auf produktive Daten loszulassen.
Der Grund ist fast immer derselbe. Ein Pilot adressiert die schöne Hälfte des Problems: Modellwahl, Prompt-Engineering, beeindruckende Antworten auf saubere Daten. Die produktionsreife Hälfte ist nicht gemacht: Berechtigungen, Logging, Fehlerbehandlung, Cost Control, Halluzinations-Mitigation, Datenschutz, Eval-Framework. Und genau diese Hälfte ist in ihrer Komplexität oft größer als der Pilot selbst.
Mein Job ist es, diese Hälfte zu liefern, schnell, ohne Ihr Team zu blockieren und mit einem klaren Übergabepfad.
Die 8 Punkte, die ich vor jedem Go-Live durchgehe
- Berechtigungen: wer darf welche Daten an das Modell schicken, wer welche Antworten sehen?
- Logging und Tracing: pro Request mit Trace-ID, ohne Klartext-PII in Logs
- Fehlerbehandlung: Modell-Timeout, Rate Limit, ungültige JSON, Tool-Failure, Halluzination
- Cost-Caps: pro User, pro Tag, pro Endpoint, bevor die Cloud-Rechnung böse wird
- Eval-Framework: Set von Beispiel-Inputs mit erwarteten Antworten, automatisiert prüfbar
- Datenschutz: DSGVO-konforme Verarbeitung, EU-Rechenzentren oder lokale Modelle wo nötig
- Monitoring: Dashboards für Latenz, Token-Verbrauch, Erfolgsraten, Modell-Drift
- Fallback-Pfade: was passiert, wenn das KI-Backend ausfällt? Der Geschäftsprozess muss weiterlaufen
So läuft eine KI-Implementierung mit mir ab
Klare Phasen, klare Ergebnisse pro Phase. Nach jeder Phase entscheiden Sie, ob es weitergeht. Sie kaufen sich nie in einen offenen Vertrag rein.
- Discovery (5 Tage, Festpreis): Pilot prüfen, Lücken zur Produktionsreife dokumentieren, Architektur-Skizze, Aufwandsschätzung, Risiko-Klassifizierung (auch EU AI Act)
- Härtungs-Sprint (4–8 Wochen): Berechtigungen, Logging, Cost-Caps, Eval einbauen. Erste produktive Inbetriebnahme mit kontrolliertem Nutzerkreis.
- Roll-out (laufend, optional): schrittweise Öffnung für mehr Nutzer/Daten, Monitoring justieren, Übergabe an Ihr Team
- Übergabe: Doku, Trainings für Ihr Entwicklungs- und Operations-Team, Sparring-Option für die ersten Monate nach Go-Live
Typische Implementierungs-Use-Cases
Die meisten Mandate folgen einem von vier Mustern. Wenn Ihre Konstellation nicht dabei ist, schauen wir trotzdem unverbindlich drauf.
- Copilot in SaaS-Produkt: Ihre Kunden bekommen eine KI-Funktion direkt im Produkt, mit Tenant-Isolation und Cost-Cap pro Plan
- RAG über interne Wissensbasis: semantische Suche und Antworten auf eigenen Dokumenten, mit Quellenangaben statt Halluzination
- Dokumentenverarbeitung im Backoffice: PDFs, Scans, E-Mails strukturiert auslesen und in ERP/CRM überführen, mit Human-in-the-Loop für Edge Cases
- Klassifikation und Routing: eingehende Anfragen, Tickets, Mails klassifizieren und in die richtigen Workflows lenken
Build vs. Buy: ehrliche Entscheidungshilfe
Nicht jede KI-Funktion sollte selbst gebaut werden. Wenn Microsoft Copilot Studio, SAP Joule, Salesforce Agentforce oder eine spezialisierte SaaS bereits 80 % Ihrer Anforderung abdeckt, ist Buy fast immer die bessere Wahl. Selbst-Bau lohnt, wenn Sie eigene Daten oder Tools tief integrieren wollen, wenn die Plattform-Lösung Kontrollpunkte (Logging, Modell-Wahl, Cost-Cap) nicht zulässt, oder wenn Sie die Funktion als Wettbewerbsvorteil im eigenen Produkt brauchen.
Diese Build-vs-Buy-Bewertung ist Teil meiner Discovery. Ich verkaufe Ihnen kein Eigen-Bau-Projekt, wenn Sie eine fertige Lösung kaufen sollten.
